A1-Bescheinigung für Dienstreisen im EU-Ausland, den EWR-Staaten Island, Liechtenstein und Norwegen sowie der Schweiz

Nach VO (EG) Nr. 883/2004 ist es bereits seit 2010 erforderlich, dass Arbeitnehmer/innen und Selbstständige, die grenzüberschreitend dienstlich in der EU/EWR/Schweiz tätig sind, eine sogenannte „A1-Bescheinigung“ benötigen. Dieser Fall wird auch „Entsendung“ bezeichnet und ist von der Dauer des Aufenthalts unerheblich.

Somit wäre eine „Entsendung“ bereits bei kurzfristigen Aufenthalten, wie z.B. Vertriebstätigkeit oder ein Messebesuch, gegeben.

Kontrollen wurden bisher wohl nur vereinzelt durchgeführt, doch es heißt, dass Österreich und Frankreich angefangen hätten, Bußgelder zu erheben, wenn Mitarbeiter keine A1-Bescheinigung vorweisen konnten. Auch in der Schweiz und in Rumänien soll verstärkt kontrolliert werden.

Derzeit besteht vielfach Unsicherheit, ob für jede Tätigkeit wie zum Beispiel eine Geschäftsreise von kurzer Dauer eine Bescheinigung A 1 im Vorfeld beim zuständigen Sozialversicherungsträger beantragt werden muss.

Aus einer Stellungnahme des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) wird deutlich, dass es möglich ist, für kurze Dienstreisen bis 7 Tage nachträglich eine A1-Bescheinigung zu beantragen, wenn dies erforderlich ist und die Arbeitnehmer dazu aufgefordert wurden.

Diese Stellungnahme erspart den Betrieben viel Bürokratie. In der Praxis bedeutet das nämlich, dass kurze Dienstreisen wie Kundenbesuche oder Besprechungen im Nachbarland keine vorherige Beantragung einer A1-Bescheinigung erfordern.