Neue Regeln für die Längen von schweren Nutzfahrzeugen

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Zur Erfüllung künftigen CO2-Abgasnormen und zur Verbesserung des Luftwiderstands von schweren Nutzfahrzeugen wird die Richtlinie zur Festlegung der höchstzulässigen Abmessungen mit Wirkung zum 01.09.2020 angepasst.

Aerodynamische Luftleiteinrichtungen und Ausrüstung, wie beispielsweise an der Rückseite von Aufbauten angebrachte Luftleiteinrichtungen, sowie aerodynamische Luftleiteinrichtungen und Ausrüstungen für Führerhäuser stellen eine bereits verfügbare Technologie dar, die ein Potenzial für eine verbesserte Aerodynamik von Fahrzeugen aufweist. Diese Einrichtungen und Ausrüstungen können jedoch aufgrund ihrer Bauart über den äußersten Rand der Vorder- oder Rückseite oder an den Seiten des Fahrzeugs, an dem sie angebracht sind, hinausragen. Aus diesem Grund werden zukünftig Fahrzeuge, die mit solchen Einrichtungen und Ausrüstungen ausgestattet sind, von den Anforderungen in Bezug auf die Standardabmessungen ausgenommen werden.

Vorab sei zu betonen, dass die Ladelängen bestehen bleiben und die Einrichtungen und Ausrüstungen zur Verbesserung der Aerodynamik bei der Bestimmung der Länge, Breite und Höhe unberücksichtigt bleiben. Weil der BO-Kraftkreis auch weiterhin Bestand haben wird, müssen auch zukünftig Zugkombinationen diese Kreisfahrt erfüllen. Auch wenn zukünftig nicht mit Langhaubern auf den europäischen Straßen zu rechnen ist, werden Fahrerhäuser voraussichtlich an der Vorderseite in der Breite eingezogen und runder sein. Die absoluten Maße sind dabei nicht vorgeschrieben, aber die Verordnung (EU) 2019/1892 hat eine seitliche Abschrägung und ein Neigungswinkel an der Vorderseite des Führerhauses definiert.

Neben der aerodynamischen Verbesserung verspricht sich die EU-Kommission durch diese Fahrerhäuser eine Verbesserung in der Sicht des Fahrers, eine Erhöhung der Sicherheit für andere Verkehrsteilnehmer und mehr Sicherheit und Komfort für den Lkw-Fahrer.

Spoiler am Heck eines geschlossenen Aufbaus, die ebenfalls zur Kraftstoffeinsparung und damit zur CO2-Reduzierung des Güterverkehrs beitragen sollen, werden zukünftig erlaubt und vor allem an Sattelaufliegern im Fernverkehr zu sehen sein. Verschiedene Systeme sind bereits am Markt verfügbar, die bisher nur mit einer Ausnahmegenehmigung verwendet werden konnten. Auch diese Systeme bleiben bei der Bestimmung der Länge, Breite und Höhe unberücksichtigt, müssen die Kreisfahrt erfüllen und dürfen die Gesamtnutzfläche des Laderaums nicht vergrößern.

Der Gesetzgeber schreibt die Länge im geöffneten Zustand nicht vor, jedoch dürfen die Flügel im eingeklappten Zustand die höchstzulässige Fahrzeuglänge maximal 200mm über die Fahrzeug-Hinterkante hinausstehen und seitlich max. 25mm überstehen.

Es kann vermutet werden, dass sich Systeme durchsetzen, die sich in Anhängigkeit von der Fahrtgeschwindigkeit, automatisch auf- und einklappen. Die Verordnung lässt jedoch auch manuell bedienbare Lösungen zu. Die Heckspoiler brauchen nicht einzieh- oder einklappbar sein, wenn die Anforderungen hinsichtlich der höchstzulässigen Abmessungen unter allen Bedingungen vollständig eingehalten werden. Diese Luftleiteinrichtungen müssen von den Herstellern als selbstständige technische Einheiten typgenehmigt werden.

Für sich genommen, lässt sich aus dieser Richtlinie keine besonderen Gründe für die Einführung und Anwendung erkennen. Diese ergeben sich jedoch aus der Festlegung von CO2-Grenzwerten für schwere Nutzfahrzeuge und die zukünftige CO2-Bewertung von Aufbauten und Anhängern.