Das neue Berufsbildungsgesetz (BBiG)

Das neue Berufsbildungsgesetz (BBiG) wurde verabschiedet und ist zum 01.01.2020 in Kraft getreten. Ziel ist es, die Attraktivität einer Berufsausbildung zu erhöhen und die Abbruchquote zu verringern.

Die wichtigsten Kernpunkte des neuen Berufsbildungsgesetz (BBiG) sind:

  • Mindestausbildungsvergütung
  • Freistellung für die Berufsschule
  • Freistellung zur Prüfungsvorbereitung
  • Lernmittelfreiheit
  • Prüferdelegation
  • Fortbildungsprüfungsregelung

Mindestlohn für Auszubildende
Der Mindestlohn für Auszubildende erhöht sich von 515 Euro im ersten Lehrjahr in den folgenden Jahren schrittweise auf:

 

1. Ausbildungsjahr

2. Ausbildungsjahr

3. Ausbildungsjahr

4. Ausbildungsjahr

2020

515 Euro

608 Euro

695 Euro

721 Euro

2021

550 Euro

649 Euro

743 Euro

770 Euro

2022

585 Euro

690 Euro

790 Euro

819 Euro

2023

620 Euro

732 Euro

837 Euro

868 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ab 2024 wird es daran anschließend eine automatische jährliche Anpassung an die bundesweite Durchschnittsvergütung geben.

Freistellung für die Berufsschule

  • Auszubildenden müssen nach einem Berufsschultag mit mindestens fünf Unterrichtsstunden (an einem Tag in der Woche) nicht mehr in den Betrieb zurück. Dieser Tag wird dann mit der durchschnittlichen täglichen Ausbildungszeit angerechnet.
  • Bei Blockunterricht (mindestens 5 Tage mit über 25 Unterrichtsstunden) sind Auszubildende ebenfalls befreit.
  • Beginnt die Berufsschule erst nach 9 Uhr oder ist der Unterricht mal kürzer, so zählen die Pausen und die Wegzeit von der Schule in den Betrieb als Ausbildungszeit. Bisher galt diese Regelung nur für minderjährige Auszubildende, jetzt für alle.

Freistellung zur Prüfungsvorbereitung

  • Für die Vorbereitung auf schriftliche Abschlussprüfungen gibt es eine bezahlte Freistellung für den letzten Ausbildungstag vor der Prüfung.

Lernmittelfreiheit

  • Fachliteratur fällt unter die Lernmittelfreiheit und muss als Auszubildende/r nicht mehr bezahlt werden.

Prüferdelegation

  • Die zuständige Stelle (HWK) hat vor Beginn der Prüfung über die Bildung von Prüferdelegationen, über deren Mitglieder sowie über deren Stellvertreter und Stellvertreterinnen zu entscheiden. Prüfende können Mitglieder mehrerer Prüferdelegationen sein. Sind verschiedene Prüfungsleistungen derart aufeinander bezogen, dass deren Beurteilung nur einheitlich erfolgen kann, so müssen diese Prüfungsleistungen von denselben Prüfenden abgenommen werden.

Fortbildungsprüfungsregelungen

  • Die neuen Fortbildungsprüfungsregelungen sind aus Sicht des Handwerks sehr gut geeignet, um die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung und zugleich die Eigenständigkeit beider Bildungsbereiche unverwechselbar zum Ausdruck zu bringen. Zudem tragen sie zu einer größeren internationalen Vergleichbarkeit von Abschlüssen bei.

Bezeichnung des Fortbildungsabschlusses

Mindestanzahl der Stunden für die Fortbildung

Abschluss

nach DQR

(Deutscher

Qualifikationsrahmen)

Beispiel der bisherigen Berufsbezeichnung

„Geprüfter Berufsspezialist für

Service Technik“

400 Std

DQR 5

Service Techniker

„Bachelor Professional im Karosserie- und Fahrzeugbau“

1200 Std

DQR 6

Meisterprüfung im Karosserie- und Fahrzeugbau

„Master Professional in Betriebswirt des Handwerks“

1600 Std

DQR 7

Betriebswirt des Handwerks

Mit dem neuen Berufsbildungsgesetz (BBiG) verfolgt die Bundesregierung das Ziel, die duale berufliche Bildung in Deutschland zu modernisieren und zu stärken.

Die Onlinefassung des BBiG ist unter folgendem Link aufrufbar: https://www.bmbf.de/upload_filestore/pub/Das_neue_Berufsbildungsgesetz_BBiG.pdf.