Kassennachschau: Aktualisierte Handlungsempfehlungen zur Umsetzung und Hinweise zur Dokumentation in der Corona-Krise

Mit dem Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen vom 22. Dezember 2016 hat der Gesetzgeber neue Anforderungen an die Ordnungsmäßigkeit der Kassenführung geschaffen, die seit dem 1. Januar 2020 zu erfüllen sind. Der ZKF berichtete ausführlich in seinen Online-News.

Am 29.05.2020 hat das BMF nun einen neuen Anwendungserlass zu § 146 AO veröffentlicht, der unter anderem neue Hinweise zu dieser Belegausgabepflicht enthält >hier<. Neben einer Belegausgabe in Papierform kann künftig ausdrücklich eine Ausgabe auch in elektronischer Form erfolgen, wenn der Kunde dieser zugestimmt hat. Durch die Änderung des Anwendungserlasses zu § 146a AO sollen bisher bestehende Rechtsunsicherheiten beseitigt werden, um so eine Verwendung von elektronischen Belegen in der Praxis zu fördern.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) stellt nun eine aktualisierte Fassung von Handlungsempfehlungen in Form einer „Handreichung zur Kassenführung“ zur Verfügung. Diese gibt einen Überblick über die Neuregelungen der Anforderungen.

Ergänzt werden die Ausführungen durch Handlungsempfehlungen zur Umsetzung in der Praxis, die durch eine Vielzahl von weiteren Regelungen (z. B. Kassensicherungsverordnung, Technische Richtlinien, Anwendungserlasse zu § 146, § 146a und § 146b AO >hier< ergänzend zum Gesetz beachtet werden müssen.

Corona-Krise: Unternehmen werden mit behördlichen Auflagen konfrontiert, die sich auf den Betriebsablauf und damit auch auf die Möglichkeit der Erzielung von Einnahmen auswirken. Dies gilt für die Öffnung der Betriebe bis hin zu Geschäftsbereichen, die Umsatzrückgänge zu verzeichnen haben oder aber keine Einnahmen mehr erzielt werden.

Wird die Kassenbuchführung in einigen Jahren im Rahmen einer Betriebsprüfung hinsichtlich deren Ordnungsmäßigkeit überprüft und zeigen sich aufgrund der Sachverhalte während der Krise „auffällige“ Abweichungen in den von der Finanzverwaltung durchgeführten Analysen, kommt der Nachvollziehbarkeit der Kassenaufzeichnungen eine verstärkte besondere Bedeutung zu. Etwaige „Auffälligkeiten“ können durch die Führung eines „Nachweisbuchs für betriebliche Besonderheiten“ entkräftet und somit Nachkalkulationen und Schätzungen seitens der Finanzämter verhindert werden.

Weitere Informationen mit weiterführenden Links erhalten Sie in der ZDH-Handreichung zur Kassenführung >hier<.