Entlastung von der Energie- und Stromsteuer: Leitfaden für Handwerksbetriebe des Produzierenden Gewerbes zum Thema „Spitzenausgleich“

Mit der Informationsschrift „Regelung des Spitzenausgleichs - Handreichung für Handwerksbetriebe des Produzierenden Gewerbes“ >hier< hat der ZDH eine praxisnahe Hilfestellung zur Beantragung einer Entlastung von der Energie- und Stromsteuer herausgegeben.

Die aktualisierte Fassung beinhaltet neben den für die Beantragung des Spitzenausgleichs für das Jahr 2019 relevanten Informationen auch Praxishinweise zu den spezifischen Auswirkungen der Corona-Krise.

Anspruchsberechtigt sind Unternehmen des Produzierenden Gewerbes im Sinne des § 2 Nr. 3 StromStG. Hierzu zählen entsprechend der Klassifikation der Wirtschaftszweige des Statistischen Bundesamtes, Ausgabe 2003 (WZ 2003) u.a. Betriebe, die Karosserien, Aufbauten und Anhänger herstellen.

Die Steuerentlastungen nach § 10 StromStG und § 55 EnergieStG sind für innerhalb eines Kalenderjahres (Abrechnungszeitraum) entnommenen Strom bzw. verwendete Energieerzeugnisse spätestens bis zum 31. Dezember des folgenden Kalenderjahres (Ausschlussfrist) schriftlich bei dem Hauptzollamt zu beantragen, in dessen Bezirk der Antragsteller seinen Geschäfts- oder Wohnsitz hat.

Die Berechnung der Entlastungsbeträge erfolgt in einem vierstufigen Verfahren.

  • Berechnung des Unterschiedsbetrags in der Rentenversicherung
  • Berechnung der Steuerentlastung gem. § 9b StromStG
  • Entlastung von der Stromsteuer gem. § 10 StromStG
  • Entlastung von der Energiesteuer gem. § 55 EnergieStG

Für die Gewährung der Steuerentlastung muss der jährliche Verbrauch des Unternehmens grundsätzlich bei Erdgas mehr als 181,2 MWh, bei Heizöl mehr als 16.297 Liter und bei Flüssiggas mehr als 16.502 kg betragen.

Im Internet gibt es die Möglichkeit eines kostenfreien überschlägigen Quick-Checks unter: http://www.energiesteuer.de/quick-check.html

Durch das Gesetz zur Änderung des Energie- und Stromsteuergesetzes erfolgte ab 2013 eine Neuregelung des Spitzenausgleichs, dass die Einführung eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 oder eines Umweltmanagementsystems nach EMAS für große Unternehmen vorschreibt.

Kleine und mittlere Unternehmen können alternativ ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 (Anlage 1 der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung) oder ein alternatives System, welches sich an die alten BAFA-Merkblätter (§ 41 EEG) anlehnt (Anlage 2 der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung), einführen.