Feststellung der Arbeitsunfähigkeit per Videosprechstunde

Unabhängig von der Corona-Pandemie können Vertragsärzte die Arbeitsunfähigkeit von Versicherten unter bestimmten Voraussetzungen zukünftig auch per Videosprechstunde feststellen. Dies ist jedoch nur möglich, wenn der Versicherte der behandelnden Arztpraxis bekannt ist und die Erkrankung eine Untersuchung per Videosprechstunde zulässt.

Diese Regelung hat der Gemeinsame Bundesausschuss am 16. Juli 2020 in einer Anpassung seiner Arbeitsunfähigkeitsrichtlinie beschlossen.

Die erstmalige Feststellung der Arbeitsunfähigkeit ist für einen Zeitraum von bis zu sieben Kalendertagen möglich. Eine Folgekrankschreibung über eine Videosprechstunde kann nur ausgestellt werden, wenn die vorherige Krankschreibung aufgrund einer unmittelbaren persönlichen Untersuchung ausgestellt wurde.

Versicherte haben keinen Anspruch auf die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit im Rahmen der Videosprechstunde.

Die Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit ausschließlich auf Basis z. B. eines Online-Fragebogens, einer Chat-Befragung oder eines Telefonates ist ausgeschlossen. Das dürfte nach Einschätzung des ZDH auch die sog. Krankschreibung per WhatsApp ohne Videotelefonie betreffen.