Corona-Krise: Aktueller Stand im herstellenden Karosserie- und Fahrzeugbau

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In den vergangenen Tagen wurde viel über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die reparierenden Betriebe des ZKF gesprochen und veröffentlicht. Auch die herstellenden Betriebe des Nutzfahrzeugbaus haben mit den Folgen des Shutdowns der europäischen Wirtschaft stark zu kämpfen. Nachstehend ein kurzer Überblick zur Situation der ZKF-Betriebe aus dem herstellenden Karosserie- und Fahrzeugbau:

Wie im Reparaturbereich, können auch die Nutzfahrzeug-Betriebe prinzipiell ihren Betriebsablauf fortführen und laufende Aufträge weiter abarbeiten.

Im Gegensatz zur Reparatur sind die Aufträge bei Aufbauherstellern langfristiger geplant und in der Regel auch vom Arbeitsvolumen größer, weshalb einige Mitgliedsbetriebe noch relativ gut weiterarbeiten können und nicht oder nur begrenzt Kurzarbeit in Anspruch nehmen müssen.

Der Stillstand der LKW-Industrie dauert inzwischen 5 Wochen an, weshalb sich in vielen Betrieben der Abbruch der Lieferketten immer stärker bemerkbar macht. In den Unternehmen ist vielfach das Material (z.B. Bausätze für Aufbauten) schon vorrätig, das aber nicht montiert werden kann, weil die Basisfahrzeuge (Fahrgestelle oder Kastenwagen) nicht angeliefert werden. Von anderen Betrieben ist zu hören, dass einzelne Komponenten im Rückstand sind und deshalb eine Auslieferung (und damit Rechnungstellung) nicht möglich ist. Durch den großen Materialkostenanteil von ca. 60% des Umsatzes im Nutzfahrzeugbereich können die Betriebe leicht in einen Liquiditätsengpass kommen.

Ein Teil der Nutzfahrzeug-Industrie plant die Werke in der Kalenderwoche 17 anlaufen zu lasse, andere wollen 2 Wochen später die Bänder wieder starten. Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass dieser Anlauf auf niedrigem Niveau stattfinden und erst weit später ein Normalbetrieb wieder möglich sein wird. Ein Überblick zum Produktionsstart der Hersteller ist im internen Downloadbereich in der Rubrik Technik abrufbar.

Doch der Stopp der LKW Produktion ist nur ein Problem für die herstellenden Betriebe. Nicht absehbar ist, ob und wann bei den Kunden wieder Vertrauen einkehrt und Neuinvestitionen getätigt werden. Der Umfang der Karosseriereparaturen wird wieder steigen, sobald der Verkehr lebhafter wird. Für die Aufbauhersteller ist der Beginn der Corona-Krise zeitgleich in eine deutliche Konjunkturabschwächung gefallen. Die Zulassungszahlen im Nutzfahrzeugsegment fallen seit dem 3. Quartal des letzten Jahressehr deutlich.

Wir rechnen damit, dass das 3. und 4. Quartal des Jahres 2020 für die herstellenden Betriebe extrem schwierig sein wird. Die Anfragen sind die letzten Wochen stark zurück gegangen und es kann davon ausgegangen werden, dass die Kunden in naher Zukunft mit Investitionen zögern werden.

Über die IAA Nutzfahrzeuge, die für den 24.-30.09.2020 geplant ist, wird aktuell viel in der Nutzfahrzeugbranche diskutiert. Wir als ZKF haben einen Gemeinschaftsstand geplant, auf dem 6 Mitgliedsunternehmen als Mitaussteller ihre Fahrzeuge präsentieren sollen.

Der VDA geht nach wie vor davon aus, dass die IAA im September stattfinden wird und plant entsprechend weiter. Andere Stimmen aus der Branche sehen ein Stattfinden der IAA kritischer.

Auf Grund der Verunsicherung durch die Corona-Krise hat der VDA die Stornierungsfrist bis Ende Mai verlängert. Im Laufe der nächsten Tage wird es zu einer Entscheidung kommen, ob der ZKF mit seinen beteiligten Mitgliedsunternehmen an der Messe festhalten oder die Beteiligung stornieren werden.