Weiterhin angespannte Situation bei den Anhänger- und Aufbauherstellern

Die derzeitige Situation bei den Anhänger- und Aufbauherstellern – unabhängig ob Serien- oder Einzelhersteller – ist auf Grund von stockenden Lieferketten und stark steigenden Materialkosten weiterhin sehr angespannt.

Eine planbare und zuverlässige Belieferung der Aufbauhersteller mit Lkw- und Transporterfahrgestellen ist seit dem Lockdown im Frühjahr 2020 praktisch nicht mehr gegeben. Waren es zu Anfang der Pandemie noch die Auswirkungen von Werksschließungen und einer nur langsam wieder anfahrenden Produktion, leidet die Branche seit dem letzten Jahr indirekt unter der weltweiten Halbleiterkrise.
Lieferzeiten von Fahrgestellen haben sich nicht selten auf über 12 Monate verlängert und die Hersteller geben den Aufbauherstellern meist keinen planbaren und zuverlässigen Liefertermin mehr an. Aus Branchenkreisen ist zu erfahren, dass die Nutzfahrzeugindustrie die Produktion aufrechterhält, indem rückständige Komponenten nach Fertigstellung des Fahrzeugs wieder ausgebaut werden, um sie dem Produktionsband erneut zuzuführen. Hierdurch stehen viele unvollständige Fahrgestelle auf Parkposition, deren Auslieferung nicht zuverlässig angegeben werden kann.

Auch von Anhänger-Herstellern ist zu erfahren, dass die Fahrzeuge teilweise nicht vollständig produziert werden können, weil teilweise Komponenten wie beispielsweise Bremsanlagen sich im Rückstand befinden.

Neben den Problemen der stockenden Fahrgestell- und Komponentenlieferung trifft die herstellenden Betriebe eine enorme Kostensteigerung für Halbzeuge und Zulieferkomponenten. Nicht nur die Rohstoffpreise für Stahl oder Aluminium treiben die Kosten nach oben und erschweren wegen der Lieferengpässe die Planbarkeit, sondern es verteuern sich derzeit auch Komponenten wie beispielsweise Kofferbausätze oder Ladebordwände. Viele Aufbauhersteller haben daraufhin ihre Angebote auf eine kurze Bindungsdauer reduziert.

Aktuell beobachten die Unternehmen unserer Branche eine monatliche Preissteigerung für den gesamten Querschnitt der Vormaterialien von ungefähr 1 Prozent. Die aktuell stark gestiegenen Kosten für Energie sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.