Das Karosserie- und Fahrzeugbauerhandwerk kämpft seit Jahren mit einer angespannten
wirtschaftlichen Situation in der Unfallinstandsetzung und dem Nutzfahrzeugbau:
Nun will die Politik auch noch den geplanten finanziellen Entlastungsausgleich für Arbeitnehmer
auf Kosten der Werkstätten abwälzen.
Friedberg, 21.04.2026. Der ZKF-Vorstand des Zentralverbands Karosserie- und Fahrzeugtechnik
e. V. (ZKF) diskutierte innerhalb seiner Vorstandssitzung Mitte April über die Auswirkungen
der geplanten Entlastungsprämie für Arbeitnehmer von der Koalition, die bei den Betrieben für
eine Erhöhung der Personalkosten führen wird.
Angesichts der fragilen Wirtschaftslage und der angespannten Ertrags- und Liquiditätslage hält
es der ZKF gemeinsam mit seinem Dachverband Zentralverband des Deutschen Handwerks
(ZDH) für fraglich, dass kaum Unternehmen in der Lage sein werden, diese Möglichkeit zu nutzen.
Die Kritik: „Die Koalitionsentscheidung lädt den Entlastungsdruck bei den Betrieben und
Unternehmen ab. Entsprechend dürfte sich der Erwartungsdruck der Beschäftigten gegen die
Unternehmen richten“, so der Handwerkspräsident Jörg Dittrich. Zudem ist man vielerorts noch
in der Rückzahlung der Corona-Kredite, wo diese Zahlungen auch den Unternehmen auferlegt
wurden.
ZKF-Präsident Arndt Hürter betont: „Mit diesen Maßnahmen seitens der Regierung werden die
Einschränkungen und Problemfelder des Karosserie- und Fahrzeugbauerhandwerks der letzten
Jahre nicht berücksichtigt. Die Betriebe hatten in den letzten Jahren stark gestiegene Kosten,
z. B. bei Lohn- und Energiekosten. Darüber hinaus war auch ein starker Anstieg der Ersatzteilpreise,
aber auch beim Lackmaterial zu spüren.“ Dass dabei nun die steigenden Kosten der Arbeitnehmer
zu Lasten der Betriebe gehen sollen, sei absolut nicht der „richtige Weg“ und fordert
die Rücknahme dieser Koalitionsentscheidung.
ZKF-Hauptgeschäftsführer Thomas Aukamm ergänzt: „Es ist unredlich und ein Zeichen
schlechter Wirtschafts- und Finanzpolitik zu Lasten Dritter, wenn staatliche Entscheidungen
rein den Arbeitgeber treffen und den Staat nicht belasten. Dies erfolgt in einer Phase, in der die
Insolvenzen ein 20-Jahres Hoch erreicht haben. Zudem wird bei den Mitarbeitern eine Erwartungshaltung
geweckt, die zu Unfrieden in den Betrieben führt, sollte der Arbeitgeber diese
Zahlung nicht realisieren können.
Eine Entlastungsprämie in Höhe von 1.000 Euro soll ähnlich wie die Inflationsausgleichsprämie
angelegt werden. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen erst abwarten, bis der Bonus
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gesetzlich verankert ist. Für die Inflationsausgleichsprämie wurde damals das Einkommensteuergesetz
(EStG) geändert beziehungsweise um einen Paragrafen ergänzt.
Der Handwerksverband ZDH, der fast eine Millionen Betriebe vertritt, bedauert, dass wirksame
Entlastungen für Unternehmen, etwa die Abschaffung des Solidaritätszuschlags, nicht vorgesehen
sind. "Vor diesem Hintergrund kommt es umso mehr darauf an, dass die angekündigte
Einkommensteuerreform auch gezielt zur Entlastung von Personenunternehmen beiträgt", betont
Handwerkspräsident Jörg Dittrich. Der ZKF schließt sich der Meinung des ZDHHandwerkspräsidenten
an und fordert die Rücknahme der Entlastungsprämie, sowie weitere
Entlastungen für die Handwerksunternehmen, die auch beim Industrie-Strompreis keine Berücksichtigung
finden.